Bobath


Wer waren Berta und Karel Bobath?

Das Konzept der Bobath-Therapie wurde 1943 von Dr. h.c. Berta und Dr. Karel Bobath entwickelt. Sie war Gymnastiklehrerin und Krankengymnastin, er Neurologe und Psychiater. In den 40er und 50er Jahren begann Berta Bobath das Konzept auf die Behandlung bewegungsgestörter Kinder zu übertragen. Bis heute wird es durch weltweite therapeutische Erfahrungswerte und neueste Forschungsergebnisse kontinuierlich weiterentwickelt. Es ist ein "offenes" Konzept.

Was ist das Bobath-Konzept?

Im Mittelpunkt der Therapie steht eine ganzheitliche Sichtweise des Einzelnen unter Berücksichtigung der Lebensumstände, wobei das Konzept Patienten aller Altersgruppen vom Säugling bis zum Erwachsenen erfasst.

Ein aktives Mitwirken aller Beteiligten ist notwendig, was eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit von Angehörigen, Physiotherapeuten/-innen, Ärzten/-innen, Pfleger/innen, Erzieher/innen und anderen Therapeuten/-innen erfordert.

Der Behandlungsansatz ist das Ausprobieren neuer Strategien, die Wiederholung von Bewegungsaufgaben mit dem Ziel einer Veränderung des Nervensystems. Ein früher Beginn der Behandlung -bei Kindern möglichst in den ersten Lebensmonaten oder Lebensjahren und bei Erwachsenen sofort nach Eintritt der Erkrankung- soll die Fähigkeit des Hirnes neue Strukturen zu bilden (Plastizität), ausnutzen .

Das Konzept dient der Befundaufnahme und der Behandlung von angeborenen oder erworbenen Störungen des Zentralen Nervensystems, von Entwicklungs- bzw. sensomotorischen Auffälligkeiten (sensus- Sinn, Wahrnehmung; Motorik= Bewegung), von kognitiven Beeinträchtigungen (Kognition= Denken, Erkennen) und von anderen neurologischen und muskulären Erkrankungen.

Die Motivation des Patienten wird aufgegriffen, um seine Fähigkeiten zu erweitern und seine Handlungskompetenzen zu vergrößern.

Durch Erleichtern von Bewegungen sollen normale und ökonomische Bewegungs- und Spürerfahrungen möglich werden. Hierfür stehen keine standartisierten Übungen im Vordergrund, sondern individuelle und alltagsbezogene Aktivitäten/ Interventionen für sensomotorisches, motorisches und soziales Lernen.

Eine Unterstützung erfolgt je nach Auffälligkeiten und Schwierigkeiten des Kindes durch eine gezielte Umfeldgestaltung und dem Einsatz therapeutischer Techniken, bei Bedarf auch durch Adaptation von Hilfsmitteln (z.B. Stützen, Einlagen usw.) .

Im Verlauf der Therapie wird die Hilfe zunehmend reduziert, so dass Bewegungen selbst kontrolliert und ausgeführt werden können.

Das Ziel der Therapie ist eine größtmögliche Selbstständigkeit und Eigenverantwortung des Patienten bzw. des Kindes im Alltag.