Körperbezogene Interaktionstherapie (KIT)


nach Dr. Fritz Jansen

Dr. Fritz Jansen entwickelte die Körperbezogene Interaktionstherapie (KIT), die ihren Ursprung in der Festhaltetherapie von A. Welch und P. Prekop hatte. In seiner langjährigen Arbeit und Erfahrung am Kinderzentrum München als psychologischer Leiter entwickelte er die KIT weiter und es wird unter medizinischen-psychologischen-pädagogischen Gesichtspunkten angewendet, erforscht und weiterentwickelt. Ebenso engagiert sich Dr. Jansen in der Lehre und Ausbildung von Therapeuten, Ärzten und Eltern.

Die Körperbezogene Interaktionstherapie ist für Säuglinge, Kinder und auch für Erwachsene,
z.B. in der Paartherapie, geeignet.

Autistische und behinderte Kinder oder Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten, wie z. B. Hyperaktivität, Aggression oder unmotiviertem Schreien, gehören zu der Zielgruppe.

Mit der Körperbezogenen Interaktionstherapie können die Kinder lernen in einen guten Blick- und Körperkontakt zu gehen, welcher ihnen weiterhin ermöglicht, gute Beziehungen zu anderen Menschen aufzunehmen, zu verbessern und somit ihre sozialen Kompetenzen deutlich zu erweitern.

Mit der KIT wird das verbale und nonverbale Ausdrucksvermögen stimuliert, die Angst vor Körperkontakt vermindert und die Selbst- und Fremdwahrnehmung gefördert. Dem Kind wird damit ein Weg gebahnt, sich selbst und seine Umwelt adäquater wahr- und anzunehmen.

Die KIT konfrontiert das Kind in starkem Maße mit körperlicher Nähe (Bezugsperson des Kindes, vornehmlich die Elternteile). Es wird in bestimmten Situationen fest am eigenen Körper gehalten.

Mit dieser taktilen Reizüberflutung soll das Kind positive emotionale Erfahrungen machen. Dadurch kann das Kind neues Vertrauen aufbauen und neue Verhaltens- und Interaktionsmuster erwerben. Dies gilt für Beziehungen zu den Eltern, Gleichaltrigen und anderen Erwachsenen.

Die Therapeutin gibt dabei ihre Kenntnisse und Handlungsverfahren an Mutter, Vater oder die Betreuungsperson des Alltages weiter. Alle Beteiligten in der Körperorientierten Interaktionstherapie profitieren davon, sowie das familiäre Umfeld.

Informationen:

Rohmann, U.H.; Hartmann, H.: Festhaltetherpie und Körpertherapie. Verlag modernes lernen 1990.

Vorster, de Vet: Holding as a therapeutic manoeuvre in family therapy. Journal of family therapy 12 (1990) 189 - 194.

Prekop, J.: Ich halte dich fest, damit du frei wirst. Die Festhaltetherapie: Grundlagen, Anwendungen und Weiterentwicklungen. Verlag Kösel 2008.