Psychomotorik


Die Psychomotorik wurde in den 60er und 70er Jahren von dem 1923 geborenen deutschen Sportpädagogen Ernst Kiphard entwickelt.

Er verfolgte das Ziel durch Bewegung und Spiel die Fähigkeiten des Kindes zu fördern. Hierbei richtete er sich zuerst an verhaltensauffällige, geistig oder körperlich behinderte Kinder. Inzwischen ist das Konzept auf alle Kinder, die in einer bestimmten Phase ihrer Entwicklung Förderung erfahren sollen, z.B. um Ängste, Hemmungen oder Unsicherheiten zu überwinden, erweitert. Die Ziele der Psychomotorik liegen umfassend im motorischen, emotionalen, sozialen und kognitiven Bereich.

Um Motivation zu schaffen und Erfolge zu vermitteln, werden die Wünsche und Anregungen der Kinder berücksichtigt und somit auch Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen gesteigert. Dies soll den Kindern helfen im Alltag sicherer zu werden. Die Therapie findet in kleinen Gruppen etwa gleichaltriger Kinder statt.

Ein speziell gestalteter und ausgestatteter Raum sowie Seile, Tunnel, Rollbretter, Schiefe Ebene, Klettergerüst etc. gehören zu den verwandten Mitteln. Dies soll die Eigenwahrnehmung stimulieren. Musik und Rhythmus treten gelegentlich hinzu.

Die Psychomotorik steht also im Schnittfeld von Medizin, Psychologie und Pädagogik. Sie kommt unterstützend auch bei Rechen- sowie Lese- und Rechtschreibschwäche zum Einsatz. Neuerdings werden mit diesem Konzept auch Senioren angesprochen.