Sensorische Integration (SI)


nach Jean Ayres

Wer war Jean Ayres? /sprich: wie engl. ears - Ohren/

Jean Ayres (1922 - 1988) war Ergotherapeutin (= Beschäftigungstherapeutin) und Psychologin, studierte an der University of Southern California in Los Angeles und war dort am Institut für Hirnforschung tätig. Sie beschäftigte sich intensiv mit der Frage, wie neurologische Ausfälle bei Kindern zu verstehen und besser zu behandeln seien. Eingehend widmete sie sich dem autistischen Kind.

Die Sensorische Integrationstherapie hat sich seit über 30 Jahren weiterentwickelt und erfolgreich durchgesetzt.

Was ist SI-Therapie?

Unter sensorischer Integration versteht man die Verarbeitung (Integration) von Sinneseindrücken im Gehirn. Dies umfasst die Aufnahme, Deutung und Zuordnung sowie die Umsetzung in einen zweckgerichteten Gebrauch dieser Sinneseindrücke.

Man gliedert die Wahrnehmung in Nah- und Fernsinne. Sehen, Hören, Riechen, Schmecken gehören zu den Fernsinnen. Bei den Nahsinnen unterscheiden wir in 3 Sinnessysteme: 1. die Haut (taktiles System), 2. die Muskeln, Sehnen und Gelenke (propriozeptives System) und 3. das Gleichgewichtsorgan (vestibuläres System).

Unvollständige oder fehlgeleitete Informationen können das Lernen von neuen Verhaltensformen und Handlungsabläufen verzögern oder behindern. Daraus können z.B. ein Mangel an Geschicklichkeit, Über- oder Unterempfindlichkeit gegenüber Sinnesreizen, Über-Aktivität, Koordinationsstörungen, psychische und/ oder soziale Auffälligkeiten, Lern- oder Verhaltensstörungen entstehen.

Kinder mit diesen Auffälligkeiten mögen z. B. nicht gern berührt werden, lassen sich schwieriger beruhigen, sind oft in der Bewegungsentwicklung beeinträchtigt oder haben Probleme in ihrer Bewegungsplanung.

Bei der SI- Therapie handelt es sich um eine besonders bewegungsorientierte Art der Therapie, bei der das motorische Spiel einen hohen Stellenwert hat. Ein entsprechender Raum mit speziellen Geräten wie z. B. Schaukel, Hängematte, Trapez, Trampolin, Bohnenkiste usw. ist von Vorteil um neue sensomotorische Erfahrungen zu vermitteln.

Mit Hilfe dieser Behandlung werden vestibuläre- (Gleichgewicht), taktile- (Informationen die über die Haut wahrgenommen werden) und propriozeptive Reize (tiefensensible Informationen) vermittelt, die dem Kind helfen sollen sich selbst zu organisieren, größeres Selbstvertrauen zu entwickeln und eigene Handlungskompetenzen auszubilden.